Realisierungswettbewerb 2002
3. Preis
Stadt Mannheim
Herczog Hubeli Comalini, Zürich
Hans Billinger, Stuttgart
Oliver Bormann, Michael Koch,
Christoph Packhieser, Martin Schröder,
Bernd Upmeyer, Maresa Schumacher

Der urbane Raum stellt heute Ansprüche an starke Bilder und Stimmigkeit; zugleich ist er im Gegensatz zum traditionellen Stadtraum in der Nutzung und Symbolik unbeständig, instabil. Insofern hat die Architektur für den öffentlichen Raum den Stellenwert eines Hintergrundes für wechselnde Ereignisse und Szenarien. Der öffentliche Raum soll komplett genug sein, um funktional zu sein, aber offen genug, um nicht den Eigensinn subjektiver Aneignung zu
unterbinden. Unter den Bedingungen einer wachsenden Konkurrenz zu Shoppingcentern entsteht für die klassische Innenstadt Handlungsbedarf. Es kann nicht länger darum gehen, neue Eintönigkeiten zu erzeugen. Die neue Stadtraum ist kraftvoll, poetisch, und besetzt mit Bildern, die eine starke territoriale Identität befördern. Seine Repräsentationsfunktionen entsprechen dem Strukturwandel der Öffentlichkeit.

Die Schlossachse wird als eine Abfolge von neuen und bestehenden Plätzen konzipiert. Jedem Platzraum wird ein eigenes, besonderes Thema eingeschrieben, welches den heute vorhandenen Charakter und Zustand aufgreift und transferiert. Gestalt, Stimmung und Ikonografie beziehen sich nicht auf überkommene Stadt- Vor- Bilder sondern auf diese Themen, die mit architektonischen und städtebaulichen Mitteln gedeutet werden.
Die Gleichzeitigkeit von Kulturen wird ebenso Thema wie der poetische Umgang mit bisher öden Verkehrsräumen. Die Themen und ihre Interpretation lassen sich in Form einer urbanen Partitur darstellen: Für jeden der Plätze wird eine bestimmte Grundstimmung erzeugt, die über eine genaue Kalibrierung von Texturen, Einrichtungen und Nutzungen im Raum umgesetzt wird.
