Freiräume Uster

Freiraumplanerische Studie 2005

Auftraggeber

Stadt Uster

Landschaftsarchitektur

Raderschall AG, Meilen

Projektteam

Mario Abel, Oliver Bormann, Jakob Kartenbeck, Michael Koch, Christoph Packhieser,
Martin Schröder, Maresa Schumacher


Uster ist nicht aus einer Stadtgründung hervorgegangen, es ist spät und plötzlich Stadt "geworden". Uster wächst als industrielles Dorf und erhält erst 1970 offiziell Stadtstatus. Die Stadtwerdung aus dörflicher Besiedlung heraus ist bis heute als Raumprinzip ablesbar geblieben. Sichtbares Merkmal des "dörflichen Prinzips" ist das zugrundeliegende Netz der Straßen und Wege, welches sich organisch aus der umliegenden Kulturlandschaft entwickelt. Während der Industrialisierung wurde die dörfliche

 

 

Struktur durchsetzt mit gründerzeitlichen Produktionsstätten der Textilindustrie. Zwar führte die Entwicklung zu einem beachtlichen Wachstum, zog aber fast gar nicht die andernorts bekannten dichten Gründerzeitstrukturen nach sich. Das Nebeneinander von Dorfbebauung/ Agrarlandschaft und produzierendem Gewerbe ließen ein "industrielles Arkadien" entstehen: locker bebaut, in die Landschaft eingebettet, vor malerischer See-Kulisse.

 


Anstatt-Raum

Die dörfliche Charakteristik von Uster hat eine besondere Art des öffentlichen Raumes hervorgebracht: Anstelle zentraler, repräsentativer Anlagen stehen dezentral verteilte Zwischenräume, welche die Funktionen des öffentlichen Raumes übernehmen. Die fehlenden Stadtplätze werden kompensiert durch Nischen, aufgeweitete Ränder und die Räume zwischen und hinter den

 

 

Gebäuden. Die Angebote eines Stadtparks finden sich vielfach in der umgebenden Kulturlandschaft. In der lockeren Solitärbebauung des Industriedorfs war die Landschaft viel zu gegenwärtig, als dass es künstlicher Freiräume bedurft hätte. Vieles von dieser Charakteristik hat sich bis heute erhalten und bietet Potential für eine neue Interpretation.