Realisierungswettbewerb 2008
Stadt Ueckermünde
Schlutt und Schuldt Architekten, Berlin
Mario Abel, Oliver Bormann, Carine Kandjee, Maresa Schumacher

Ueckermünde_Infills
Das Schloß als stadthistorisch prominenteste Stelle ist Ur-Zelle und Wahrzeichen von Ueckermünde, es begründet Geschichte(n) und Mythen der Stadt. Vielfache Umnutzungen und massive bauliche Transformationen führten zu einer sukzessiven Öffnung: Die ehemals hermetische Festung ist heute öffentlicher, “offener” Ort.
Brache als Chance
Die neu entstandene Brachfläche und der Abriss des Schlossanbaus ermöglichen eine umfassende Neuordnung der Situation Schloss/ Altes Bollwerk. Die Rathauserweiterung wird als präzises "Passtück" in den Kontext eingefügt und setzt das Plateau des Schlosshofes mit dem Alten Bollwerk in Beziehung.

Das Rathaus mit Bürgersaal, Ratssaal und Haffmuseum stellt eine wichtige Institution bürgerlicher Öffentlichkeit und Kultur der Stadt dar. Der räumlich-funktionale Anspruch an das beherbergende Gebäudeensemble darf sich nicht in einer bloß pragmatischen Erfüllung des Raumprogramms erschöpfen. Vielmehr muss das Gebäude als Ort von Information und Austausch, Begegnung und Feierlichkeit funktionieren, als Schnittstelle zwischen Mitarbeitern untereinander, Bürgern und Verwaltung, (touristischen) Besuchern und Stadt.
Gerade der “informelle” Bereich zwischen den funktionsdeterminierten Räumen erhält einen besonderen Stellenwert. Als mehrdeutiger Zwischen_Raum weist er über die reine Erschließungsfunktion hinaus und wird zum Treff- und Aufenthaltsort, der sowohl zwischen den Funktionen als auch zwischen Innen und Aussen vermittelt. Er verbindet die Niveaus, wobei die Konstellation von Neubau, Schloss, Hof und Ufer aus verschiedenen Blickwinkeln in der Durchwegung erfahrbar wird.
