Hochparterre

Juni/Juli Ausgabe 2011

Autoren

Michael Koch, Andreas Nütten,
Antonio Quesada, Maresa Schumacher

Herausgeber

Rahel Marti

Hochparterre Verlag

Zürich 2011

Schluss mit der Kleinkrämerei

 

Eine Gartenstadt des 21. Jahrhunderts. Das Kultivieres der räumlichen Vielfalt. Und gezielte Standortstrategien für alle Teilräume. Das sind die Untertitel zu den drei "Metrobildern", die in Rahmen einer Testplanung entstanden sind. Auftraggeber ist der Verein Metropolitanraum Zürich, den acht Kantone gegründet haben und der bewirkt, dass man in diesem grossen Gebiet ohne Grenzen denken darf. Die drei Bilder - im Folgenden beschrieben - bieten erste Entwicklungsideen. Ihre weitere Verwendung ist noch offen. Sie könnten in ein gemeinsames Raumkonzept des Vereins, vielleicht dereinst sogar in einen gemeinsamen Richtplan Münden.

Bild 1: Gartenstadt

Stadtlandschaft? Die Planerinnen und Planer des Büros yellow z streiften durch den Metropolitanraum und lasen ihn anders: Als Landschaftsstadt. Die zahllosen ländlichen Siedlungen und Zwischenräume gelte es, gezielt zu entwickeln. Zur Unterstützung greift yellow z auf zwei historische Planungsmodelle zürruck: Die "Garden City" des britischen Sozialreformers Ebenezer Howard von 1900 und die "Dezentrierte Konzentration", die Armin Meili in den 1940er-Jahren propagierte. (...)

 


Bild 2: Vielfalt Kultivieren
Welche Räume und Teilräume machen die Metropolitanregion aus? Welche Merkmale und Qualitäten stechen hervor? berchtold Krass, Studio UC und Integral Ruedi Baur - das einzige nicht in Zürich ansässige Team - unterziehen das Gebiet einer morphologischen Analyse. Sie dient als Grundlage für eine vielfältiges, ausserst  buntes Bild des Metropolitan- raums. Das Team identifiziert darin 23 Teilräume und beschreibt sie mit detaillierten Profilen. (...)

Bild 3: Standortmosaik
Um bis zu 400.000 Einwohner und 200.000 Arbeitsplätze könnte der Metropolitanraum bis 2030 wachsen, prognostiziert die Statistiki. Wo bringen wir das unter? Hosoya Schaefer Architekten orten zunächts die Wachstumsspielräume. Ihr Bild heisst "Standortmosaik" und zeigt mit seiner Farbskala die Elastizität und die Kapazität der Standorte. (...)

Eine Studie zur Landschaft
Als zweites Projekt nebst den "Metrobildern" liess die Arbeitsguppe Lebensraum für den Metropolitanraum die Studie "Parklandschaft" erarbeiten, die den Freiräumen und Naturlandchaften gewidmet ist. Ausgeführt hat sie das Zürcher Landschaftarchitekturbüro Quadra. Die Studie will im Verein ein gemeinsames Vertändnis des Raum als "Parklandschaft" und damit das Zusammengehörigkeitsgefühl wecken. (...)

Und jetzt?
Dass acht Kantone zusammenarbeiten, zeugt von der Bewegung, die die Raumplanung erfasst hat (nötig wäre allerdings auch der Einbezug Süddeutschland). Die Menschen realisieren, dass die Zersiedelung existiert und dass es eng wird. Von Metropolitanverein selbst hat die Bevölkerung dagegen noch kein Notiz genommen; seine Flughöhe, auch jene der drei "Metrobilder", liegt ausserhalb der Reichweite von Gemeinderätinnen. Noch kommt der Metropolitangedanke der Gemeindeautonomie, der Steuerautonomie, den Verlustängsten und der Bestandeswahrung nicht in die Quere. (...)

 

 

 



Text: Rahel Marti